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7./6. Jahrtausend v. Chr.: Die Hochgebirgsregion
im Innerötztal wird bereits vor 9000 Jahren von steinzeitlichen Jägergruppen
durchstreift. Dies belegen u.a. 1993 entdeckte Funde im Rofental oberhalb
von Vent.
3300 v. Chr.: Ötzi" stirbt auf dem Tisenjoch
am Ötztaler HauptkammHauptkamm.
4. Jahrtausend v.Chr.: Pollenanalysen und der Fund
des Ötzi" deuten auf die sehr frühe Nutzung des Innerötztales
als Hochweide während der Jungsteinzeit.
763 779: Erste Urkunden über das Oberinntal.
Demnach schenkt ein bayrischer Herzog dem Kloster Freising in Bayern
Landgüter in mehreren Orten des Inntales.
1259: Die Ötztaler Ache wird erstmals als fluvius
dictus Ez" urkundlich erwähnt.
1285: Die Rofenhöfe werden erstmals urkundlich erwähnt.
14.Jh.: Urkunden bezeugen den Bau von Vorrichtungen
zum Schutz der Siedlungen und Wälder vor Verwüstungen durch die wilden
Bergwasser" im Ötztal.
1320: Anlage eines ersten Saumweges über das Timmelsjoch.
1348: Herzog Ludwig der Brandenburger gewährt den
Rofenbauern Steuerfreiheit und verschiedene Rechte (etwa Waffen zu tragen
und selber Gericht zu halten).
1367: Erstmals wird im Ötztal über ein großes Schadenshochwasser
berichtet.
1600: Erster historisch belegter Ausbruch des durch
den Vernagtferner aufgestauten Rofener Eissees oberhalb von Vent (25.Juli).
Er verwüstet Felder, Brücken und Straßen im ganzen Ötztal, das Längenfelder
Becken wird überflutet.
1678: Der durch den Vernagtferner aufgestaute Eissee
bricht am 16.Juli erneut aus und verwüstet Teile des Ötztales, und sogar
im Inntal treten große Schäden auf.
1680: Erneuter Ausbruch des Rofener Eissees.
1683: Johann Kuen aus Längenfeld schreibt den ersten
Bericht über Wasserschäden im Ötztal.
1760: Maria Theresia erneuert die Privilegien für
die Rofenhöfe.
19.Jh.: Die Bevölkerung des Ötztales nimmt ständig
ab und erreicht um 1900 einen Tiefstand.
1830: In Obergurgl wird der Beschluss gefasst, durch
ein Heiratsverbot die Gründung weiterer Familien zu verhindern, weil
die kargen landwirtschaftlichen Möglichkeiten eine Beschränkung der
Bevölkerungszahl notwendig machen. Tatsächlich findet zwischen 1830
und 1850 in Obergurgl keine Trauung statt.
1892: S. Finsterwalder forscht am Vernagtferner
und bedient sich als erster bei der Aufnahme des Gletschers der Photogrammetrie.
1919: Durch den Friedensvertrag von St. Germain
wird erstmals in der Geschichte der Ötztaler Hauptkamm Grenze. Die Trennung
Südtirols von Österreich trifft das Innerötztal, wo seit jeher enge
administrative, wirtschaftliche und verwandtschaftliche Beziehungen
zum Vinschgau bestehen, besonders hart.
1931: Landung des Schweizer Physikers, Stratosphären-
und Tiefseeforschers Piccard auf dem Gurgler Ferner (27.Mai). Die Sensationsberichte
in den Medien machen Obergurgl bekannt.
1953: Seit diesem Jahr ist die alpine Forschungsstelle
Obergurgl in Betrieb.
1982: Nach rund dreijähriger Bauzeit wird das Gletscher-Schigebiet
Tiefenbachferner seiner Bestimmung übergeben. Die neu eröffnete Skiarena
bildet zusammen mit dem Rettenbachferner die erste Gletscher- Schischaukel
Europas. Die beiden Gletscher werden durch den höchsten Straßentunnel
Europas, den 1,7 km langen Tiefenbachtunnel, verbunden.
1983: Ein Felssturz von den Söldner Wänden mit etwa
150.000 m³ Gestein zerstört einen Abschnitt der Ötztal- Straße.
1987 Im August verursachten Schneeschmelze und heftige,
langanhaltende Regenfälle schwere Vermurungen und Überschwemmungen.
Brücken, Straßen u. Häuser werden zerstört. Das Hochwasser fordert 14
Menschenleben.
1991: Ein deutsches Urlauber-Ehepaar entdeckt am
Tisenjoch (3210 m) in einer Felsmulde den Ötzi" (19.Sept.),
die berühmteste Gletscherleiche der Welt.
1993: Ein Archäologenteam aus Innsbruck entdeckt
am Hohlen Stein (2050 m) oberhalb von Vent ein 5000 Jahre altes mittelsteinzeitliches
Jägerlager und ein zweites am Eingang ins Rofental. Zahlreiche Feuersteinklingen
beweisen, dass bereits rund 2000 Jahre vor Ötzi" Jäger das
Innerötztal aufgesucht und dabei den Alpenhauptkamm überschritten haben.
1997: Eröffnung des Ötztal-Archivs in Umhausen.
1998: "Ötzi" wird vom Innsbrucker Universitätsinstitut
für Anatomie ins Archäologiemuseum Südtirol nach Bozen überführt. Etwa
60 m von der Ötzi-Fundstelle wird der Schaft eines prähistorischen Beils
aus der Zeit zwischen 2700 und 2400 v. Chr. entdeckt. Der Fund gilt
als weiterer Beleg für die im Hochgebirge betriebene Weidewirtschaft.
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