Komplexe Probleme können meist auf mehr als nur eine Art und Weise gelöst werden und Menschen sind oft sehr verschieden hinsichtlich ihrer individuellen Möglichkeiten, Gewohnheiten und Vorlieben. Alle Anstrengungen komplexe Probleme effizienter zu lösen müssen daher die Eigenheiten eines Individuums stärker berücksichtigen.
Arithmetik ist ideal für Untersuchungen komplexen Problemlöseverhaltens, da sich hier systematisch eine Vielzahl relativ homogener Probleme mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad konstruieren lassen die meist auf mehr als nur einem Weg gelöst werden können. Zum Beispiel kann 37 x 9 in seine Teilaufgaben 30 x 9 und 7 x 9 zerlegt werden, deren Ergebnisse dann addiert werden. Alternativ kann man eine '0' and 37 anhängen (Multiplikation mit 10) und 37 abziehen, um zum richtigen Ergebnis zu gelangen. Gebildete Erwachsene sind sich zwar beider Möglichkeiten bewußt, unterscheiden sich aber darin, welche der beiden Strategien sie gewohnheitsmäßig anwenden. Menschen unterscheiden sich außerdem darin, ob sie beim Lösen komplexer Probleme lieber verbale oder visuelle Denkwege gehen. Wenn zum Beispiel zwei gesprochene Zahlen im Kopf addiert werden sollen, stellen sich manche Menschen dabei die Zahlen wie auf einem Blatt Papier geschrieben vor (Visualisierer), während andere angeben (Verbalisierer), das Problem verbal zu lösen und sich nichts visuell dabei vorstellen.
Das vorliegende Projekt hat das Ziel den Einfluß verschiedener Strategien und unterschiedlicher kognitiver Stile (Verbaler/Visueller Typ) auf das Problemlöseverhalten in der Arithmetik zu untersuchen.