Das Altern stellt eine der wichtigsten Herausforderungen an unsere Gesellschaft dar. Die Sicherstellung qualitativ hochwertiger Grundlagenforschung in diesem Gebiet ist daher immens wichtig.
Die Auswirkungen des Alters auf kognitive Prozesse und auf die Hirnaktivierung können sehr unterschiedlich und vielschichtig sein: Einige kognitive Funktionen entwickeln und verbessern sich mit zunehmendem Alter, andere bleiben stabil bis ins hohe Alter, während sich andere Funktionen mit zunehmendem Alter verschlechtern. Erwähnenswert sind auch die starken Wechselwirkungen zwischen dem Alter und den Hirnaktivierungen, die mit den kognitiven Leistungen einhergehen. Sehr komplexe Aufgaben beanspruchen beispielsweise deutlich mehr kognitive Funktionen (und deren neuroanatomische Korrelate) als einfache Aufgaben. Vor allem bei komplexeren Aufgaben treten Alterseffekte sehr deutlich zutage, und manifestieren sich sowohl in spezifischen als auch in unspezifischen, generellen Weisen. Die Unterscheidung zwischen spezifischen und generellen Effekten des Alters auf die kognitive Verarbeitung stellt den zentralen Ansatzpunkt dieses Projekts dar. Generelle Alterseffekte entstehen aus der Wirkung allgemeiner Altersprozesse auf verschiedene kognitive Funktionen während spezifische Alterseffekte werden ausschließlich auf umschriebene kognitive Funktionen beobachtet. In dieser Studie sollen sowohl die spezifischen als auch generellen Einflüsse des Alters auf die Interferenzverarbeitung sowie auf die Größenrepräsentation untersucht werden. Die Arbeitshypothesen des geplanten Projektes basieren auf den Ergebnissen kürzlich publizierter Studien (Wood et al., in press, Koten et al., in press, siehe auch Kaufmann et al., 2005, 2006). Im speziellen postulieren wir, dass Alterseffekte auf die Interferenzverarbeitung und die Größenrepräsentation spezifisch sowie unspezifisch wirken. Spezifische Alterseffekte werden in denjenigen Gehirnregionen postuliert, die altersspezifischen Kompensationsstrategien unterliegen. Das Ziel der Studie ist die Identifikation jener Hirnregionen, die altersabhängige Aktivierungen aufweisen. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob in diesen Regionen spezifische und generelle Effekte des Alters differenziert werden können. Wenn ja, welche Bedeutung haben spezifische Alterseffekte verglichen mit allgemeinen, undifferenzierten Effekten.